AfD Parteitag in Baden-Württemberg: Die Hardliner gewinnen

Demonstration gegen die rechtspopulistische Altenative für Deutschland (AfD). Quelle: linksunten.indymedia.org

 

Der Rechtsruck in der rechtspopulistischen „Alterative für Deutschland“ (AfD) geht weiter. Auf dem Landesparteitag in Baden-Württemberg vergangenes Wochenende setzte sich der rechtsnationale Flügel um Jörg Meuthen durch.

Von Franziska Wilke und Marko Neumann

Eines muss man der AfD lassen: Sie bleibt sich treu. Wer vom Parteitag in Sulz nach monatelangen Grabenkämpfen und Intrigen ein Signal der Geschlossenheit erwartet hatte, der wurde enttäuscht. Auch die Aufstellung des neuen Landesvorstands im Südwesten wurde von dem knallharten Machtkampf überschattet, der die Partei von Berlin bis Stuttgart spaltet. [1]

Am Samstag war die baden-württembergische Spitzenkandidatin der AfD für den Bundestag, Alice Weidel, überraschend mit ihrer Bewerbung um die Landesspitze gescheitert. Der Favorit von AfD-Bundeschef Jörg Meuthen, Ralf Özkara, siegte in einer Stichwahl knapp gegen die Unternehmerin vom Bodensee. Marc Jongen, der als AfD-Vordenker gilt, wurde Co-Vorsitzender. [2]

Während der Bewerbungsrede von Weidel hatte es Buh-Rufe und Beleidigungen aus dem Saal gegeben. Özkara war stark von Meuthen unterstützt worden, der in seiner Eröffnungsrede für die Trennung eines Vorstandsspitzenposten und eines Bundestagsmandats eingetreten war. Das wurde als ein Affront gegen Weidel angesehen. [3]

Im ersten Wahlgang war noch ein dritter Kandidat angetreten, Quang Pham, der drei Stimmen erhielt. Weidel hatte zunächst mit 215 Stimmen zwar mehr als Özkara bekommen, aber nicht die erforderliche Mehrheit erreicht. Özkara war auf 212 Stimmen gekommen. [4]

Als „unglaublich“ bewertete Özkara seinen Sieg. Er möchte den zerstrittenen Landesverband einen und bezeichnet sich als „Mann der Mitte“. Ebenfalls zum Landessprecher wurde Marc Jongen, akademischer Mitarbeiter an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, bestimmt. [5] „Ich gehöre keinem Lager an“, sagte Özkara nach der Wahl der Presse. Trotzdem wurde er lautstark vor allem von Parteimitgliedern beglückwünscht, die dem nationalkonservativen Flügel der AfD zuzurechnen sind. Der 46-jährige gebürtige Schramberger ist der ehemalige Büroleiter von Jörg Meuthen, dem AfD-Fraktionsvorsitzenden im Stuttgarter Landtag. Der frühere Zeitsoldat und Verwaltungsangestellte leitet derzeit eine Zeitarbeitsfirma für Pflegekräfte. Seinen Nachnamen hat er von seiner türkischstämmigen Frau angenommen. [6]

Fußnoten:

[1] https://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/afd_-es-geht-nur-noch-um-die-macht-14546274.html

[2] http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/suedwest-afd-steht-vor-richtungsentscheidung-14538608.html

[3] http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.landesparteitag-in-sulz-ralf-oezkara-knapper-sieger-bei-afd-vorstandswahlen.bad49782-a525-48ce-86b8-840141d8abf9.html

[4] http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.landesparteitag-in-sulz-ralf-oezkara-knapper-sieger-bei-afd-vorstandswahlen.bad49782-a525-48ce-86b8-840141d8abf9.html

[5] http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.sulz-landesparteitag-oezkara-fuehrt-suedwest-afd.aa95dee8-1387-4c24-b00a-01881752145e.html

[6] http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/favoritin-weidel-unterliegt-bei-afd-parteitag–134219550.html