Berliner „Alternative für Deutschland“ nominiert von Storch auf Platz 1 der Landesliste zur kommenden Bundestagswahl

Beatrix von Storch, Mitglied des Europäischen Parlaments, möchte mit der rechtspopulistischen "Alternative für Deutschland" (AfD) in den Bundestag einziehen. Quelle: wikipedia.org

Trotz steigender Mitgliedszahlen ist die Personaldecke der Führungsebene der rechtspopulistischen „Alternative für Deutschland“ (AfD) nach wie vor dünn. Nicht selten bewerben sich bereits AfD-Politiker*innen, die bereits in Parlamente gewählt wurden, für aussichtsreiche Listenplätze zu den kommenden Bundestagswahlen. So auch in Berlin: Der dortige Landesverband wählte die Europaabgeordnete Beatrix von Storch auf Platz 1 der Berliner Landesliste.

Von Franziska Wilke, Julian Feller und Marko Neumann

Die Berliner AfD-Landesvorsitzende und Europaabgeordnete Beatrix von Storch ist zur Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl im September gewählt worden. Sie erhielt am Samstag bei einem Landesparteitag 195 von insgesamt 290 gültigen Stimmen – das entspricht 67,2 Prozent. Der einzige Gegenkandidat Ralf Ziegler erhielt 60 Stimmen. 23 AfD-Mitglieder votierten mit Nein, 12 enthielten sich. [1]

Zuvor hatte allerdings ein Gegenkandidat für Aufregung gesorgt. Zunächst wäre Ralf Ziegler, so heißt er, fast aus dem Saal geführt worden, weil er selbstgedruckte Zettel auf die Pressetische legte und einen Ordner verärgerte. Auf dem Zettel nennt er von Storch eine „Witzfigur mit fragwürdigem Charakter“ und listet eine Reihe von Artikeln über sie auf, in denen die Kandidatin nicht gut wegkommt. Man solle ihm ruhig der Verleumdung anklagen, davor habe er keine Angst, sagt Ziegler, der als Berufe Heilpraktiker, Unternehmensberater und Weinhändler angibt. Bei der Abstimmung erhält er 60 Stimmen. [2]

Von Storch kündigte in ihrer Rede massiven Widerstand gegen die Integrationspolitikder Bundesregierung an. „Unser Schicksal entscheidet sich an einer Frage: Wie halten wir es mit dem Islam? An dieser Frage entscheidet sich nicht nur, ob wir unsere Kultur bewahren, sondern ob wir unsere Zivilisation erhalten“, sagte sie und fügte hinzu: „Wenn wir in der Neuzeit leben und mit der Steinzeit Kompromisse machen, landen wir im Mittelalter.“ [3]

Für die folgenden vier Listenplätze bewarben sich 31 Kandidaten. Die Vorstellungen und die Wahl sollten voraussichtlich bis zum Samstagabend dauern. Die Berliner AfD könnte zwischen zwei und vier Bundestagsabgeordnete stellen, falls sie ein Ergebnis um die zehn Prozent erzielt. [4]

Fußnoten:

[1] http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2017/03/afd-waehlt-kandidaten-bundestagswahl.html

[2] http://www.berliner-zeitung.de/berlin/berliner-afd-bundestagsliste-von-storch-wird-spitzenkandidatin–mitbewerber-hetzen-26139062

[3] http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/parteien/id_80534920/berliner-afd-waehlt-von-storch-zur-spitzenkandidatin-bei-bundestagswahl.html

[4] http://www.wetter.de/cms/storch-ist-spitzenkandidatin-der-berliner-afd-4095661.html