Greifswald: Gedenkveranstaltung für Eckard Rütz am 25.11.16 auf dem Mensavorplatz

Die Gedenktafel für den von Nazis ermordeten Obdachlosen Eckard Rütz in Greifswald. Quelle: wikipedia.de

25.11.2016 | 18.00 Uhr | Mensavorplatz (am Schießwall)

Am kommenden Freitag dem 25.11.2016 ruft das Bündnis „Schon vergessen?“ zu einer Gedenkveranstaltung für den vor 16 Jahren ermordeten Obdachlosen Eckard Rütz auf. Auch in diesem Jahr wird neben Vertreter*innen des Bündnisses „Schon vergessen?“ und der Initiative „Greifswald für alle“, Pfarrer Matthias Gürtler von der Domgemeinde St. Nikolai sprechen. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen, sich zu der Veranstaltung um 18 Uhr auf dem Vorplatz der Mensa am Schießwall zusammenzufinden.

In der Nacht vom 24. auf den 25. November 2000 wurde Eckard Rütz von drei jugendlichen Neonazis im Alter von 16 bis 21 Jahren erschlagen. Mit Baumstützpfählen schlugen sie auf ihr Opfer solange ein, bis er sich nicht mehr bewegte. In der späteren Gerichtsverhandlung nannte einer der Täter als Motiv, dass Eckard Rütz „dem deutschen Steuerzahler auf der Tasche gelegen“ hätte.

Das Bündnis „Schon vergessen?“ gründete sich im Herbst 2006, um eine aktive Gedenkkultur in der Hansestadt zu fördern. Schließlich gelang es mit Hilfe zahlreicher gesammelter Gelder und Spenden für Eckard Rütz einen Gedenkstein an der Mensa zu setzen.

„Gerade in Zeiten, in denen völkische und rassistische Bewegungen wieder im Aufschwung begriffen sind und ‚die deutschen Obdachlosen‘ für ihre scheinheilige Propaganda zu entdecken scheinen, sehen wir es als unsere Pflicht den vielen Wohnungslosen zu gedenken, die durch rechte Gewalt zu Tode gekommen sind.“, so Sabine Möller, Pressesprecherin des Bündnisses. „Wir würden uns freuen, wenn sich viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt Greifswald unserem Aufruf anschließen und ein klares Zeichen gegen menschenverachtendes Gedankengut setzen.“

Text übernommen von Defiant Antifa Greifswald.