Kurzmeldung: Prozess gegen ehemaligen KZ-Sanitäter in Neubrandenburg verschiebt sich weiter

"Daß Auschwitz nie wieder geschehe" - Blick auf das Tor zum größten Arbeits- und Vernichtungslager des sogenannten Dritten Reiches

 

Es ist einer der letzten Prozesse gegen mutmaßliche NS-Verbrecher. Ein ehemaliger Sanitäter in Auschwitz ist angeklagt, am Tot von 1681 Menschen beteiligt gewesen zu sein. Nun verzögert sich das Verfahren erneut.

Von Franziska Wilke und Marko Neumann

Der Neubrandenburger Prozess gegen einen ehemaligen SS-Sanitäter aus dem Konzentrationslager Auschwitz verzögert sich weiter. Grund sind zwei medizinische Gutachten für den 96 Jahre alten Beschuldigten, die die Schwurgerichtskammer in Auftrag geben musste, wie ein Sprecher des Landgerichtes am Freitag in Neubrandenburg erklärte. Dies werde mehrere Wochen dauern. [1]

Dem betagten Rentner aus der Nähe von Neubrandenburg wird Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen vorgeworfen. Er war laut Anklage 1944 einen Monat als KZ-Sanitäter in Auschwitz tätig. [2]

Er war laut Anklage 1944 einen Monat als KZ-Sanitäter in Auschwitz tätig. In der Zeit sollen 3681 Häftlinge dort in Gaskammern getötet worden sein. Die Verteidigung bestreitet eine Schuld ihres Mandanten. Der Prozess war 2016 zweimal kurz nach Beginn abgebrochen worden. [3]

Kommende Woche werden in vielen Städten und Orten anlässlich der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz den Opfern der faschistischen Terrorherrschaft gedacht. Ein Liste der Veranstaltungen gibt es hier.

Fußnoten:

[1] http://www.focus.de/regional/prozesse-im-news-ticker-21-jaehriger-soll-junge-mutter-erwuergt-und-baby-im-stich-gelassen-haben_id_6522854.html

[2] http://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/prozess-gegen-ex-kz-sanitaeter-verzoegert-sich-weiter-2026849101.html

[3] http://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Oestliches-Mecklenburg/Prozess-gegen-Ex-KZ-Sanitaeter-verzoegert-sich-weiter