Ministerpräsident Erwin Sellering tritt von seinen Ämtern zurück

Der scheidende Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Quelle: wikipedia.org

 

Mit einer überraschenden Meldung verkündete Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) seinen Rückzug aus der Politik. Neben des Amtes des SPD-Landesvorsitzenden legt er auch sein Amt als Ministerpräsident nieder.

Von Franziska Wilke und Julian Feller

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) tritt aus gesundheitlichen Gründen von all seinen Ämtern zurück. Das teilten der SPD-Landesverband und die Schweriner Staatskanzlei am Dienstag in Schwerin mit. Er habe Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig als Nachfolgerin vorgeschlagen – als Regierungschefin ebenso wie als SPD-Landesparteichefin. [1]

„Nach fast neun Jahren als Ministerpräsident scheide ich mit großer Dankbarkeit aus diesem Amt, das es mir ermöglicht hat, einen Beitrag für eine gute Zukunft unseres Landes zu leisten“, erklärte Sellering weiter. Der 67-Jährige war erst vor zwei Wochen als Chef der SPD in Mecklenburg-Vorpommern im Amt bestätigt worden. [2]

Sellering war seit 2008 Ministerpräsident und seit 2007 SPD-Landeschef. Er war nach der Landtagswahl im vorigen September für eine dritte Amtszeit an die Spitze der SPD/CDU-Koalition gewählt worden. Erst Mitte Mai wurde Sellering auf einem Parteitag in Rostock als Landesvorsitzender bestätigt. [3]

In einer ersten Reaktion auf den Rücktritt von Sellering reagierte SPD-Chef Schulz bestürzt: „Wir werden heute daran erinnert, dass Politik von Menschen gemacht werde – und Menschen sind verletzlich.“ Er habe am Montag ein langes Gespräch mit „seinem Freund Erwin Sellering“ geführt, sagte Schulz. Sellering sei ein außergewöhnlicher Mensch. [4]

Die von Sellering als Nachfolgerin vorgeschlagene Manuela Schwesig leitete, bevor sie Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurde, unter ihm bereits von 2008 bis 2013 das Sozialministerium von Mecklenburg-Vorpommern und gehörte außerdem bis 2014 dem dortigen Landtag an. Seit 2009 ist sie eine der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD. [5]

Die bisherige SPD-Generalsekretärin Katarina Barley wird neue Bundesfamilienministerin. Sie löst ihre Parteikollegin Manuela Schwesig ab. [6]

Die Nachfolge in Mecklenburg-Vorpommern soll bei einem Sonderparteitag der Landes-SPD am 1. Juli besiegelt werden. Sellering wird nach Worten des Regierungssprechers sein Amt bis zur Wahl des Nachfolgers weiterführen. Sollte er dazu behandlungsbedingt nicht in der Lage sein, werde sein Stellvertreter, Innenminister Lorenz Caffier (CDU), die Geschäfte übernehmen. [7]

Sellering bedankte sich für die vielen guten Wünsche, die ihn erreicht haben. Sellering sagte, er habe in den vergangenen Jahren sehr viel Zuspruch als Ministerpräsident und SPD-Landesvorsitzender erfahren, „manchmal ganz zufällig beim Einkaufen oder bei Veranstaltungen“. Das sei ihm gerade in schwierigen, kontroversen Situationen eine Unterstützung gewesen. „Vielen Dank, liebe Mecklenburger und Vorpommern.“ [8]

Fußnoten:

[1] http://taz.de/Mecklenburg-Vorpommerns-Regierung/!5416969/

[2] http://www.n-tv.de/politik/Sellering-tritt-als-Ministerpraesident-zurueck-article19865749.html

[3] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ministerpraesident-sellering-tritt-von-allen-aemtern-zurueck-a-1149833.html

[4] https://www.tagesschau.de/inland/schulz-sellering-101.html

[5] http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-05/mecklenburg-vorpommern-ministerpraesident-erwin-sellering-tritt-zurueck

[6] http://www.tagesspiegel.de/politik/spd-personalkarusell-katarina-barley-wird-neue-familienministerin/19868124.html

[7] http://www.tagesspiegel.de/politik/spd-personalkarusell-katarina-barley-wird-neue-familienministerin/19868124.html

[8] http://www.n-tv.de/politik/Hubertus-Heil-wird-SPD-Generalsekretaer-article19866302.html